Was kostet eine Website 2026?
Ein ehrlicher Preis-Leitfaden für Schweizer KMU

Was kostet eine Website in der Schweiz? Ehrliche Preisspannen für KMU, die wichtigsten Kostentreiber, laufende Kosten – und warum das billigste Angebot selten das günstigste ist.
Es gibt eine Frage, die in fast jedem Erstgespräch fällt – meist erst gegen Ende, ein wenig zögerlich: «Und was kostet das jetzt ungefähr?»
Ich verstehe die Zurückhaltung. In unserer Branche wird um Preise oft ein Geheimnis gemacht. Man liest «ab CHF 599» und ahnt, dass daraus schnell das Zehnfache wird. Oder man bekommt eine Offerte über CHF 25'000 und weiss nicht, was davon wirklich nötig ist.
Deshalb hier eine ehrliche Auslegeordnung. Keine Lockpreise, keine Zauberformel – aber realistische Zahlen und die Faktoren, die dahinterstehen.
Die Preisspannen in der Schweiz
Grob lassen sich fünf Kategorien unterscheiden. Die Zahlen sind Richtwerte für die Schweiz, keine Offerte.
One-Pager – rund CHF 500 bis 1'500. Eine einzelne, gut gemachte Seite: wer Sie sind, was Sie anbieten, wie man Sie erreicht. Für kleine Betriebe, Vereine oder als erster Auftritt oft völlig ausreichend.
KMU-Website – rund CHF 3'500 bis 6'000. Der klassische Fall: drei bis zehn Seiten, eigenes Design, Kontaktformular, mobil optimiert, sauber gefunden werden. Das ist der Bereich, in dem sich die meisten Anfragen bewegen, die bei mir landen.
Massgeschneiderte Firmen-Website – rund CHF 5'000 bis 10'000. Wenn es individueller wird: eigene Bildsprache, mehr Inhalte, Mehrsprachigkeit, spezielle Funktionen, durchdachte Struktur für Suchmaschinen.
Onlineshop – rund CHF 6'000 bis 20'000. Produktkatalog, Zahlung, Versand, Lagerbestand: Ein Shop ist eine Website mit Kasse. Der Preis hängt weniger an der Anzahl Produkte als daran, wie viel automatisch laufen soll – und ob der Shop mit etwas anderem sprechen muss.
Plattform oder Applikation – ab CHF 30'000. Sobald Prozesse, Schnittstellen, Warenwirtschaft oder Benutzerkonten ins Spiel kommen, wird aus einer Website eine Applikation. Das ist eine andere Liga – und sollte auch so geplant werden.
Zur Einordnung: Schweizer Stundenansätze liegen typischerweise zwischen CHF 80 und 150 bei Freelancern und zwischen CHF 150 und 250 bei Agenturen. Wer eine Offerte bekommt, kann grob nachrechnen, wie viele Stunden dahinterstecken.
Was den Preis wirklich treibt
Nicht die Anzahl Seiten allein bestimmt den Aufwand. Entscheidend sind vier Dinge:
Individualität. Eine angepasste Vorlage ist schneller gebaut als ein eigenständiges Design. Beides kann richtig sein – es ist eine bewusste Entscheidung, keine Frage von gut oder schlecht.
Funktionen. Kontaktformular, Newsletter, Buchung, Shop, Login, Mehrsprachigkeit: Jede Funktion bringt Konzept, Umsetzung und Test mit sich. Die Frage ist selten «geht das?», sondern «brauchen wir das wirklich?».
Inhalte. Der am häufigsten unterschätzte Posten. Wer liefert Texte und Bilder? Wenn ich Texte schreibe und Bilder aufbereite, ist das Arbeit – wenn Sie sie liefern, sparen Sie spürbar. Ehrlich gesagt: Viele Projekte verzögern sich nicht an der Technik, sondern an den Inhalten.
Was schon da ist. Eine bestehende Seite migrieren, alte Inhalte übernehmen, eine gewachsene Struktur entwirren – das kann aufwendiger sein, als bei null zu beginnen.
Die Kosten, die niemand auf dem Radar hat
Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal kauft. Sie ist eher ein Fahrzeug: Sie braucht Treibstoff und Service.
Domain und Hosting liegen bei etwa CHF 20 bis 50 im Monat. Dazu kommt die Pflege: Updates, Sicherheit, Backups, kleine Anpassungen. Wer diesen Posten weglässt, spart nicht – er verschiebt die Kosten nur nach hinten, meist mit Zinsen. Ich habe schon Seiten übernommen, bei denen drei Jahre aufgeschobene Updates am Ende mehr Aufwand verursachten als eine saubere Wartung im selben Zeitraum gekostet hätte.
Warum das billigste Angebot selten das günstigste ist
Ein Preis von CHF 599 für eine «komplette Website» ist möglich – aber nur, wenn irgendwo gespart wird: bei der Beratung, beim Design, bei der Struktur für Suchmaschinen oder bei der Betreuung danach. Manchmal ist das in Ordnung. Oft merkt man den Unterschied ein Jahr später, wenn die Seite keine Anfragen bringt und niemand mehr erreichbar ist.
Fragen Sie deshalb weniger «was kostet das?» und mehr: Was ist im Preis enthalten? Wer schreibt die Texte? Wem gehört die Website am Ende? Was passiert nach dem Launch? Die Antworten sagen mehr über den Preis aus als die Zahl selbst.
Was sich durch KI verändert hat
Ehrlich: Einiges. Prototypen entstehen heute in Stunden statt Tagen, Textentwürfe und technische Lösungen deutlich schneller als früher. Das senkt den Aufwand in genau den Bereichen, in denen früher viel Zeit verbrannt wurde – und das gebe ich weiter.
Was KI nicht ersetzt, ist das Gespräch: verstehen, was ein Betrieb wirklich braucht, was weggelassen werden kann, worauf es ankommt. Genau da entsteht der Wert. Die gewonnene Zeit fliesst in die Dinge, die zählen – nicht in eine tiefere Rechnung bei schlechterem Resultat.
Mein Rat
Planen Sie ehrlich: Budget für die Umsetzung, ein realistischer Betrag für die laufende Pflege, und etwas Zeit für Ihre eigenen Inhalte. Und vergleichen Sie Angebote nicht nur nach der Endsumme, sondern nach dem Umfang – zwei Offerten mit derselben Zahl können sehr Unterschiedliches enthalten.
Und wenn Sie unsicher sind, was Ihr Vorhaben ungefähr kostet?
Fragen Sie einfach. Ich sage Ihnen offen, in welchem Bereich Sie sich bewegen – auch dann, wenn die Antwort lautet, dass es günstiger geht, als Sie denken.
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