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Die Info-Leiste, die mitdenkt

Ankündigungen, die von selbst erscheinen – und rechtzeitig wieder verschwinden

Von Martin Loretz

Eine Info-Leiste, die Ankündigungen von selbst ein- und wieder ausblendet – nach Datum oder Schweizer Feiertag, ganz ohne Deployment. Wie eine mitdenkende Benachrichtigungsleiste eine Website aktuell hält.

Viele Websites haben sie gar nicht – dabei ist sie unscheinbar nützlich: die schmale Leiste zuoberst, über der Navigation. «Wir sind umgezogen», «Betriebsferien», «Frohe Festtage». Und dort, wo es sie gibt, sieht man immer wieder dasselbe: Im Februar steht noch der Weihnachtsgruss. Das eigentliche Problem ist nämlich nicht das Schreiben einer Meldung, sondern ihr Timing – und das in beide Richtungen. Das Wegräumen geht vergessen. Aber genauso oft geht im Tagesgeschäft unter, eine Meldung rechtzeitig einzuschalten – der Hinweis auf die Betriebsferien erscheint erst, wenn schon der halbe Betrieb im Urlaub ist.

 

Alles im Backend einfach selber einstellen

Ich habe deshalb eine Info-Leiste gebaut, die sich selbst darum kümmert. Sie wird vollständig im Backend gepflegt – Text, Farbe, Zeitpunkt – und braucht für eine Änderung weder einen Entwickler noch ein neues Deployment. Und sie zeigt bewusst immer nur eine Meldung. Wer nach Priorität sortiert, vermeidet die Bannermüdigkeit, bei der drei gleichzeitige Hinweise am Ende gar keiner mehr liest.

 

Drei Arten von Meldungen

 
Der Kern sind drei Arten von Meldungen. Eine statische bleibt sichtbar, solange sie publiziert ist – etwa der Hinweis auf eine neue Geschäftsstelle. Eine datumsbasierte erscheint in einem Fenster vor einem bestimmten Tag, auf Wunsch jedes Jahr neu, etwa vor der Generalversammlung. Und eine feiertagsbasierte hängt an einem Schweizer Feiertag – siebzehn sind hinterlegt, von Neujahr über Auffahrt bis Weihnachten. Das Datum berechnet das System jedes Jahr selbst, auch die beweglichen wie Ostern.
 

Timing, das sich von selbst erledigt

 
Das Timing bestimmt die Redaktion mit einem einzigen Wert: Wie viele Tage vor dem Ereignis soll die Meldung auftauchen? Beispiel Weihnachtsschliessung – Feiertag «Weihnachten», Vorlauf sieben Tage: ab dem 18. Dezember sichtbar, nach dem 25. automatisch weg. Und im nächsten Jahr von selbst wieder da. Niemand muss sich einen Termin notieren, um den alten Hinweis zu löschen.

Angelegt ist so eine Meldung in wenigen Minuten. Im Backend unter «Benachrichtigungen» wählt man den Feiertag aus einer Liste, statt ein Datum auszurechnen, und das Formular zeigt direkt an, in welchem Zeitfenster die Meldung erscheinen wird. Man sieht also schon vor dem Speichern, was der Besucher wann zu sehen bekommt.

Drei Farbstile trennen die Tonalität: Blau für einen neutralen Hinweis, Bernstein als Warnung, wenn jemand aktiv reagieren soll, Grün für gute Neuigkeiten. Wer die Leiste wegklickt, sieht sie nicht mehr – gemerkt wird das nur lokal im Browser, ohne Cookie, ohne dass der Server etwas erfährt. Eine wiederkehrende Feiertagsmeldung taucht im nächsten Jahr trotzdem wieder auf. Und für Screenreader ist die Leiste als Statusmeldung ausgezeichnet, sie wird also automatisch vorgelesen.

Warum ich das erzähle? Weil solche kleinen Dinge im Alltag den Unterschied machen. Eine geänderte Öffnungszeit an einem Feiertag, eine kurzfristige Wartungsmeldung, eine gute Nachricht – alles kommuniziert, ohne dass jemand Hand an den Code legt. Und ohne den Klassiker, dass ein Hinweis Wochen zu lange stehen bleibt – oder zu spät erscheint.

Die beste Technik ist die, an die man nicht denken muss. Eine Info-Leiste, die von selbst weiss, wann sie kommt und wann sie geht, ist genau das.

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